1. Müllampel

    17.06.2026 13:37
    by bitstacker

    Irgendwie hatte ich schon immer einen faible für Ampeln. Mein erstes Ampelprojekt habe ich bei einem früheren Arbeitgeber umgesetzt: Eine Monitoring-Ampel für ein Rechenzentrum. Die bestand aus einem Raspberry Pi der über USB mit einem Relais-Board verbunden war und dieses angesteuert hat. Die Daten kamen damals aus einem Centreon (Wow, das gibts noch?).

    Es war eine Ampel mit den Farben Rot, Gelb und Grün. Je nachdem, wie viele Server oder Dienste gerade kaputt waren, hat die Ampel entsprechend geleuchtet. Also: Grün - Alles gut, Gelb - Ein paar Dienste/Server sind down. Und Rot - Kacke am dampfen.

    Irgendwann hatte man sich sogar an das klacken der Relais gewöhnt und instinktiv zur Ampel geschaut :D

    Hier mal ein Foto wie das damals aussah:

    Dann habe ich neulich festgestellt dass mein lokaler Entsorger jetzt endlich seine "Müllkalender" digitalisiert hat. Früher gabs nur PDFs, das war mir zu umständlich zu automatisieren.

    Dann gab es irgendwann eine App. Aber ich hatte keine Lust die zu reverse engineeren.

    Jetzt gibt es aber endlich eine herunterladbare iCal-Datei.

    Als ich gerade ein Script basteln wollte um die iCal-Datei automatisch auszulesen, habe ich gesehen dass es für Home Assistant eine Integration gibt, die genau das tut. Die Integration ist Waste Collection Schedule. Und dank der tollen Community um das Projekt gab es natürlich schon den Kalender für "meinen" Entsorger. Die Community von W.C.S. ist echt krass: Fast jeden Tag gibt es eine neue Version, weil sie wieder einen Entsorger hinzugefügt haben. Bald sind da bestimmt alle Entsorger auf diesem Planeten mit drin...

    Als ich dann den Abfallkalender in meinem Home Assistant hatte, dachte ich mir: Wie kannst du das am besten darstellen?

    Einfach ne Notification schicken? Das kann die offizielle App vom Entsorger auch... Langweilig.

    Häufig stell ich den Müll raus, wenn ich am Vorabend mein Auto in der Einfahrt parke. Dabei musste ich sonst immer das Smartphone aus der Tasche holen und nachgucken welcher Müll gerade dran ist.

    Hey! Warum bau ich da nicht ein Display hin? Oder besser: Eine Ampel!

    Ich habe dann auf Ebay nach gebrauchten Industrieampeln geguckt. Von der Monitoring-Ampel wusste ich das Werma-Ampeln ziemlich cool sind. Die KombiSIGN-Ampeln sind Modular. Man kann die Farben einfach Stapeln und durch ein cleveres System aus Kupferdrähten kann man dann im Fuss alle Leuchten einzeln ansteuern. Und natürlich habe ich mir die passenden Farben besorgt: Blau (Papier), Gelb (Gelber Sack) und Weiss (Restmüll). Biotonne hab ich nicht, könnte man später aber durch die Bauweise einfach draufstecken. Oder nen Blinklicht. Oder ne Sirene! Nerd-Heaven!

    Dazu dann noch was man sonst noch so braucht: Ein Gehäuse, ein ESP32 Relais-Board, 24V-Netzteil.

    Für das Relais-Board habe ich dann noch ein extra Gehäuse gedruckt und das auf so Hutschienen-Klammern geschraubt. Den ESP32 habe ich mit ESPhome beschrieben. Nichts dolles: Die Pins vom Board sollen einfach per Home Assistant schaltbar sein. Das sind nur ein paar Zeilen YAML und fertig. ESPhome hat solche Projekte echt einfach gemacht.

    Die Ampel hatte leider nur eine gerade Halterung. Zum Glück war der Durchmesser des Stiels so ca. 25mm so dass ich das mit einem Stück PVC Rohr und einem Winkel umbauen konnte. Durch den PVC-Kleber ist das vermutlich auch sehr Wasserdicht.

    Dann alles zusammenbauen, anschliessen und ein paar Automationen im Home Assistant anlegen. Fertig!

    Die Ampel leuchtet jetzt am Vortag zwischen 16 Uhr und 23 Uhr. Am Abfuhrtag geht sie um 6 Uhr an und um 9 Uhr wieder aus. Bin mal gespannt wann die Nachbarn merken dass das Licht mit dem Müll korreliert :D

    Verwendete Materialien:

  2. Neuer 3D-Drucker

    26.05.2026 13:37
    Tags: Gadgets
    by bitstacker

    Neulich wollte ich etwas auf meinem Anycubic Kossel Linear 3D-Drucker drucken. Leider war die Düse verstopft. Als ich das gefixt hatte war aber irgendwie die Druckhöhe nicht mehr gut eingestellt. Also musste ich kalibrieren. Trotzdem ist dann der Druck nichts geworden. Und dabei ist sehr viel Zeit bei drauf gegangen und das Ergebnis war kacke. Da hab ich mich mal nach nem neuen 3D-Drucker umgesehen.

    Zu erst dachte ich: Kauf dir einfach nen Bambu Lab. Das ist so das Apple der 3D-Drucker. Da geht bestimmt alles einfach so. Ist halt teurer. Aber ich will halt gute Druckergebnisse. Geht ja schon genug Zeit für das Designen der Teile drauf, da muss ich nicht jedes mal noch ne Stunde basteln hinten dran hängen.

    Zum Glück habe ich mich dann doch dagegen entschieden. Der Anycubic Kobra S1 war gerade im Angebot. Auf einer Vergleichsplattform habe ich dann sogar die Variante mit Spulenwechsler für knapp 350€ gefunden. Das war schon ein sehr gutes Angebot. Also habe ich jetzt den. Ja, auch proprietär. Aber wie schlimm kann es schon sein?

    Nach dem Aufbau (bzw. Auspacken) war ich dann aber doch etwas unglücklich. Es ist zwar möglich den Drucker ohne Cloud zu betreiben ("LAN-Only Mode"). Aber das ging leider nur mit der offiziellen "App". Die gab es zwar auch für Linux (AppImage), aber ich musste ein bisschen basteln das unter Debian zum laufen zu kriegen.

    Ausserdem war die eingebaute Kamera auch nur über diese App einsehbar. Und die Steuerung geht auch nur darüber. Keine API oder sowas. Und ich musste auch alles mit der Original-App slicen (sonst habe ich das immer mit Cura gemacht). Da dachte ich schon: Jetzt hast du dich doch in proprietäre Nest gesetzt. Es war nutzbar. Aber halt auch irgendwie scheisse.

    Die 3D-Drucker der ersten Generation hatte alle simple Microcontroller als Steuerung (Arduino/Atmega). Da gab es eine Firmware die jeder Hersteller und viele Bastler geforkt haben (Marlin-Firmware). Wenn du Features wie ein Webinterface haben wolltest musstest du nen Raspberry-Pi per USB an den Drucker anschliessen. Das an sich ne gute Lösung. Allerdings war das gefrickel mit den Firmwares auch irgendwie nervig. Da musste man noch irgendwelche Makros setzen wenn man ne Custom-Firmware bauen wollte. So richtig oldschool C-like.

    Die 3D-Drucker der zweiten Generation haben jetzt eigene SoCs. Da läuft meistens auch ein Linux drauf. Und fancy Touchscreen-Oberflächen. Leider läuft darauf eigentlich immer irgendwas vom Hersteller. Du kannst diese Drucker nur noch selten extern Steuern (z.B. mit OctoPrint auf nem Raspi). Das ist natürlich auch scheisse für Herstellerunabhängige Projekte. Und du kommst gar nicht an das Betriebssystem des Druckers.

    Aktuell scheint sich eine weitere Generation von Druckern zu bilden. Die SOCs sind jetzt noch leistungsfähiger (KI-Fähigkeiten) und verifizieren sogar ihre Firmware (mit Signaturen).

    Zu meinem Glück scheint der Kobra S1 noch zur zweiten Generation zu gehören. Das erklärt wohl das günstige Angebot. Das war wohl ein Abverkauf um die Lager für die neuen Drucker frei zu bekommen.

    Ich hab mich also nochmal ran gesetzt und etwas zu meinem Drucker recherchiert. Dabei habe folgendes gelernt:

    • Der Drucker kann Code per USB-Stick nachladen (BASH-Scripte!)
    • Die Sofware vom Hersteller ist ein Fork vom Orca-Slicer (der freie Software ist)
    • Jemand hat ein Stück Software gebaut, welches eine offene API auf dem Drucker installiert und ihn so mit Orca kompatibel macht

    Das Stück Software ist Rinkhals.

    Also hab ich das mal installiert (kann ja nicht schlimmer sein als das was schon drauf ist). Und was soll ich sagen? Der Drucker ist jetzt genau das was ich haben wollte:

    • Es läuft Mainsail/Fluidd drauf (Webseite zum Steuern und anschauen der Kamera)
    • Moonraker/Klipper: APIs um von Orca direkt mit dem Drucker zu sprechen (z.B. Hochladen der Dateien, Steuerung)
    • Die Kamera wird als MJPEG-Stream direkt verfügbar
    • SSH auf dem Drucker!
    • MQTT für Home-Assistant

    Sehr geil! Zum Glück habe ich mir keinen Drucker der dritten Generation geholt. Da wäre das nicht mehr möglich gewesen (z.B. beim Kobra K4Pro).

    Falls du das auch machen willst: Ich hab einfach diesen Guide benutzt: Rinkhals quick start guide

    Das einzige was nicht geht ist IPv6. Der Kernel scheint ohne IPv6 kompiliert zu sein. Naja, nichts was mein NAT64 nicht hinkriegen würde.

    Die Druckergebnisse sind um Meilen besser als der alte 3D-Drucker. Das Auto-Leveling scheint auch sehr ausgereift zu sein (beim alten musste ich noch nen Microswitch per Magnet an den Druckkopf hängen). Durch das Gehäuse kann ich vermutlich sogar ABS drucken (das wollte ich schon immer mal machen). Aktivkohlefilter regelt die dabei entstehenden Ausdünstungen. Spulenwechsel funktioniert meistens auch. Leider ist mein Filament schon sehr alt. Mir ist schon das eine oder andere Filament abgebrochen. Das ist manchmal etwas nervig das wieder aus den ganzen Schläuchen rauszukriegen. Aber der Wechsler kann sogar Filament trocknen! Und ich slice jetzt alles mit Orca, also noch weniger proprietäre Software!

    Mein 3D-Drucker Setup ist jetzt also spürbar besser. Ich hab dann auch gleich mal meine Drölf anderen Projekte fertig gemacht. Weils einfach so gut klappt mit dem Drucker. Yay!

  3. Malerarbeiten

    29.04.2026 13:37
    Tags: Garten
    by bitstacker

    Rest macht der Maler... Also ich. Tja.

    Im Gegensatz zum Haus war die Garage nie gestrichen sondern einfach nur grau vom Putz. Das hat mich gestört. Jetzt sieht es besser aus. Ich hab sogar den APL geputzt! Was tut man nicht alles für die Deutsche Bundespost! Den Sockel habe ich natürlich auch neu gestrichten.

    Verwendetes Material:

    (Das soll übrigens keine Werbung sein, sondern ein Merkzettel)

  4. Mini-Gartenprojekt

    08.04.2026 13:37
    Tags: Garten
    by bitstacker

    Garten Mini-Gartenprojekt: Einfach mal ein Beet schön machen.

  5. Pflasterarbeiten

    30.03.2026 13:37
    by bitstacker

    Zur Abwechslung mal etwas Galabau! Zwischen dem Gehweg und meiner Einfahrt war früher eine Hecke. Die Hecke musste schon vor ein paar Jahren mal weichen. Erstens sah sie nicht besonders gut aus. Zweitens hatte sich die Hecke schon sehr auf den Gehweg ausgebreitet. Bevor da irgendwer meckert (oder mich irgendwer beim Ordnungsamt meldet :D) habe ich sie dann irgendwann einfach rausgerupft. Auf dem verbleibenden Stück Boden hat sich dann ziemlich schnell der Rasen ausgebreitet. An sich ganz okay so. Aber wenn ich dann mal hin und wieder etwas großzügiger aus der Einfahrt raus gefahren bin, habe ich dabei dann auch den Rasen überfahren.

    Da dachte ich mir dann irgendwann: Ich Pflaster das einfach. Wie schwer kann das schon sein?

    Also entsprechende Pflastersteine und Splitt aus dem Baumarkt besorgt. Die Fläche ist ungefähr 4m² groß.

    Die neuen Pflastersteine sind etwas kleiner als die alten. Aber ich glaube das war gar nicht so schlecht. So konnte ich die Übergänge gut "anpflastern" und hatte viel Spielraum zum korrigieren. Und die alte Pflasterfläche war sowieso hier und da ziemlich schief. Den Rest macht dann der Maler Fugensand.

    Da das alte Pflaster besonders Richtung Gehweg schon ziemlich abgesackt war, habe ich auch ein paar alte Steine neu gepflastert.

    Zum Verdichten habe ich so einen Handstampfer und eine Gummimatte verwendet. Das war schon ziemlich anstrengend. Bei größeren Projekten werde ich mir definitiv eine Rüttelplatte besorgen.

    Alles in allem bin ich mit dem Ergebnis aber sehr zufrieden. Für meine erste Pflasterung gar nicht so schlecht. Und ja, die Farbe der Steine passt nicht. Aber das ist mir auch egal. Immerhin waren sie günstig. Irgendwann wird eh mal die ganze Einfahrt neu gemacht, da kann ich dann auch schöne Steine nehmen oder so...

    Material:

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